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Die #digitaleBewegung beim Giga-Gipfel.
 
 
  Guten Tag,

Technologie ist politisch. Und Vermittlungssache. Und beide Erkenntnisse kommen in Europa derzeit etwas kurz. Politisch ist sie, weil ausbleibende politische Gestaltung und Rahmensetzung zum Missbrauch ihrer Möglichkeiten führen kann, wie man derzeit an den Diskussionen um Facebook, der Rolle Saudi-Arabiens als Tech-Investor oder Chinas wachsendem Datensammel- und Überwachungsanspruch beobachten kann. Vermittlungssache ist sie, weil sie bei ausbleibender Vermittlung Aversionen schürt, was man am skeptischen Blick vieler Deutscher auf die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz und digitalem Fortschritt sehen kann. Beides aber, und das ist die gute Nachricht, lässt sich ändern: Technologie lässt sich als politischer Raum (zurück) erobern und ihre Vorteile lassen sich vermitteln.

Zukunft ist aber kein Zufall. Und Gestaltung und Vermittlung von Zukunftschancen auch nicht. Deswegen haben einige Dutzend digitaler Vordenker*innen Mitte dieser Woche beim Giga-Gipfel auf Einladung von ada, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Tagesspiegel und Vodafone in Sölden die digitale Bewegung nicht nur mit neuem Leben sondern auch einer konkreten Aktionscharta ausgestattet: Im Kern fordern die Gipfelteilnehmer*innen, darunter neben Unternehmer*innen, Gründer*innen und Wissenschaftler*innen auch Digital-Staatsministerin Dorothee Bär, Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter und der Philosoph Richard David Precht, drei Punkte in den nächsten Wochen und Monaten anzugehen: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind aufgefordert, die soziale Marktwirtschaft zu einer digital-sozialen Marktwirtschaft weiter zu entwickeln. Die Beziehung zwischen Unternehmen und Nutzer*innen soll darin als Vertrauensbeziehung neu definiert werden und sollte die Datenautonomie der Kund*innen als zentrales Merkmal enthalten. Und bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz sollte der Nutzen für den Menschen im Vordergrund stehen und durch digitale Sonderwirtschaftszonen und Erprobungsräume, in denen Menschen bei der Nutzung digitaler Technologie vorangehen, konkret erprobt werden.

Gestaltung passiert aber nicht von alleine. Und deshalb liegt es an uns allen, die #digitaleBewegung mit Taten erlebbar zu machen.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt: Wir freuen uns auf Feedback!


Eure Miriam
 
 
 
 
 
SERENDIPITY
 
 
 
 
 
Das Selbst-Bildnis der KI

Zu jedem Erwachsenwerden gehört der Wunsch, sich selbst zu sehen. Früher ließ man sich dazu malen, um womöglich das Bild als Stellvertreter der eigenen Vergänglichkeit zu missbrauchen, wie es Dorian Gray im gleichnamigen Roman von Oscar Wilde betreibt. Heute macht man ein Selfie. Oder ganz viele. Das ist irgendwie menschlich. Und irgendwie auch nicht mehr. Denn nun hat eine künstliche Intelligenz, entwickelt von der IBM-Forschung, ein Selbstbildnis erschaffen.    
    
Aus der Lektüre von 3000 Artikeln der New York Times durfte sich die KI ihr Motiv aussuchen. Sie entschied sich für eine Menschenhand, die eine Roboterhand schüttelt (oder umgekehrt). Dann durchforstete die KI tausende von Kunstwerken der Geschichte, um schließlich ein Bild zu präsentieren, das, nun ja, schon ein wenig an Michelangelos “Die Erschaffung Adams” aus der Sixtinischen Kapelle in Florenz erinnert. Künstliche Kreativität ist die Rekombination von Bekanntem mit anderen Mitteln. Und was sagt uns das Selbstbildnis einer vom Menschen geschaffenen künstlichen Intelligenz? Wir bleiben auch in der künstlerischen Umsetzung durch KI doch immer die, die wir schon sind.
 
 
 
 
 
 
 
 
BURN TO LEARN
 
 
 
 
  Produktive Vorbilder

Mentoring gehört zur Kultur moderner internationaler Unternehmen. Was manch eine Führungskraft in Deutschland noch immer gerne als Quatsch abtut, hat nämlich wissenschaftlich nachgewiesen ganz viele versteckte Vorzüge. Forscher zweier Business Schools in den USA (Booth und Wharton) haben sich die jetzt noch mal genauer angeschaut. Wer einen Schützling motiviert, vermeidet in der Folge selbst, im Aufschiebeloop der Prokrastrination gefangen zu sein.

Das Geheimnis: Wer einen anderen Menschen zu dem Problem berät, das er selbst hat, lernt zwar nichts Neues dazu, gewinnt aber an Selbstvertrauen. Dadurch fällt es ihm leichter, die lang anstehende Aufgabe zu lösen. Das klappte in den Experimenten übrigens bei schulischen, finanziellen und Gesundheitsproblemen. Wer sich als Führungskraft also ständig ablenken lässt, mit dem Smartphone herumspielt statt die anstehenden Aufgaben zu erledigen, sollte anderen erklären, wie man die Prokrastination überwindet - und damit selbst produktiver werden.
 
 
 
 
 
VON UNSEREM PARTNER
 
 
 
 
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  Neue Wege im Kampf gegen Wilderer
  
Seit Jahren sind Dickhäuter vom Aussterben bedroht. Alle 15 Minuten wird ein Elefant getötet und drei Nashörner am Tag. Wilderer und Trophäenjäger arbeiten für Syndikate, die über Ländergrenzen hinweg operieren. „Elephants, Rhinos & People“ (ERP), eine gemeinnützige Organisation, gelingt es mit SAP-Technologie, Schutzzonen für diese Tiere zu schaffen. Mithilfe von Drohnen können die Bewegungen von Elefanten und Nashörnern über Satellit verfolgt und mit den gelieferten Daten vor dem Zugriff von Wilderern geschützt werden. In den Schutzgebieten in Südafrika konnte die Wilderei so buchstäblich auf null reduziert werden, damit diese einzigartigen Geschöpfe für die nächste Generation erhalten bleiben.
DIE BESTEN ORGANISATIONEN VERÄNDERN DIE WELT.
Verfolgen Sie die ganze Geschichte hier.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
DIGITAL GOOD LIFE
 
 
 
 
 
Wie entscheidet KI?
 
Niemand möchte in der Entscheidung über sein persönliches Wohlergehen von einer Maschine abhängig sein. Das wird in der Diskussion um die ethischen Voraussetzungen künstlicher Intelligenz nirgendwo plastischer deutlich, als beim selbstfahrenden Auto. Was, wenn das Auto ein Dilemma lösen und sich entscheiden muss: lieber die Fahrerin umbringen oder zwei Fußgänger, die einfach über die Straße rennen?

Um dieses Dilemma ganz praktisch zu testen, hat das Massachusetts Institute of Technology (MIT) 2014 einen Test namens “Moral Machine” programmiert und der Welt über einen spielerischen Test zugänglich gemacht. Er überträgt das “Trolley Problem” auf das selbstfahrende Auto: Das rast auf eine Gruppe von fünf Menschen zu, und man muss nun entscheiden, ob es weiterfahren oder ausweichen soll, um dabei einen Menschen oder fünf zu überfahren. Die Entscheidung ist extrem schwierig: Darf man den Wert menschlichen Lebens quantifizieren? In vielen Ländern ist die ethische Antwort klar: darf man nicht. Aber was heißt das ganz praktisch für eine solche Entscheidung?

Seit 2004 haben Millionen von Menschen in 233 Ländern diesen Online-Test gemacht und 40 Millionen Entscheidungsverläufe produziert - eine der größten internationalen Studien zur Frage moralischer Präferenzen. Die Ergebnisse stehen in einer engen Verbindung zu den kulturellen und ökonomischen Lebensbedingungen der Entscheider*innen. Hängt es davon ab, wo ich lebe und sozialisiert worden bin, ob ich darauf achte, dass ein selbstfahrendes Auto bei einem Unfall möglichst wenig Menschen tötet? Die Studie sagt ja. In eher individualistischen Kulturen, wie USA oder Großbritannien, spielt die Anzahl der betroffenen Menschen eine größere Rolle als in kollektivistischen Kulturen, wie Japan und China. Dort zögert man hingegen, alte Menschen gegenüber jungen Menschen dem Verkehr zu opfern. In ärmeren Ländern mit institutioneller Unsicherheit waren die Teilnehmer*innen weniger geneigt, Menschen in ihren Überlebenschancen zu benachteiligen, weil sie regelwidrig die Straße kreuzen. In Ländern mit hoher ökonomischer Ungleichheit tun sich größere Unterschiede auf in der Entscheidung für oder gegen Opfer mit höherem oder niedrigerem Sozialstatus.                
Nicht alle Ergebnisse der Studie kann man mal eben verallgemeinern, und doch helfen sie bei einer wichtigen Erkenntnis: Bei den ethischen Anforderungen an künstliche Intelligenz hängt viel von den jeweiligen kulturellen Rahmenbedingungen ab. Ein selbstfahrendes Auto aus China trifft andere Entscheidungen als eines aus den USA. Wer sich die künstliche Intelligenz also als globale unsichtbare Hand in der moralischen Ordnung unserer Lebensverhältnisse vorstellt, sollte die Studie genau lesen.
 
 
 
 
 
PODCAST
 
 
 
 
 
Sexismus in der Tech-Branche
 
Wieder einmal gibt es im Silicon Valley einen Sexismus-Skandal: Andy Rubin, der Erfinder von Android, soll eine Kollegin bei Google zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Hat die Tech-Branche ein systemisches Sexismus-Problem? Astrid Maier und Milena Merten sprechen darüber, wie der Sexismus in die Tech-Branche einzog, warum die #metoo-Debatte im Silicon Valley ihren Lauf nahm und was wir gegen die Ausgrenzung tun können.
 
 
 
           
 
 
 
 
 
ADA
AUTORINNEN UND AUTOREN
 
 
 
 
 
 
Miriam Meckel
 
 
Astrid
Maier
 
 
Sven Prange
 
 
Milena Merten
 
 
Léa Steinacker
 
 
 
 
 
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