Warum Facebook weiter wichtig bleibt und wie sich der Wert der Digitalisierung richtig bemessen lässt
 
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  Guten Tag,


Facebook - war's das jetzt? Mark Zuckerberg verkündete vergangene Woche weniger Wachstum und schwor die Anteilseigner auf sinkende Profitabilität ein. Prompt verlor der Wert des größten Online-Netzwerks der Welt an der Börse mehr als 120 Milliarden Dollar an einem Tag. Noch nie hat ein Unternehmen einen derartigen Kurssturz erlebt.
Doch was bedeutet das wirklich? Wenden sich die Menschen nach Datenmissbrauchsskandalen, Hassrede und Manipulationen der öffentlichen Meinung von der Plattform ab? Eher nicht. Die jüngsten Quartalszahlen deuten darauf hin, dass Facebook gekommen ist, um zu bleiben.

Das stockende Wachstum war abzusehen, längst hat das Unternehmen in seinen Hauptmärkten die potenzielle Kundschaft abgegrast. Die nachwachsende Generationen interessieren sich eher für Instagram oder WhatsApp - die hat sich Zuckerberg auch einverleibt. Facebook alleine kommt auf 1,5 Milliarden aktive Nutzer täglich. Damit hat das Netzwerk den Status eines globalen Informationszuflussversorgers erreicht, ähnlich dem eines Stromanbieters. Und zugleich den eines Medienunternehmens, mächtiger als jedes, das es jemals gegeben hat. Daraus wächst eine besondere globale Verantwortung, der das Unternehmen bisher nicht gerecht wurde.

Wie also mit Facebook weiter umgehen? Regulieren wie einen Stromversorger? In die Pflicht nehmen wie eine klassische Medienanstalt? Zerschlagen? Sollte Facebook gar seinen Nutzern Geld für ihre Daten bezahlen oder die Nutzer lieber Geld an Facebook? Jeder der gängigen Vorschläge hätte Vorteile - und weitreichende Nachteile. Kaum auszudenken, wenn Facebook tatsächlich wie ein Medienhaus Verantwortung für seine Inhalte übernehmen müsste. Dann bliebe neben einem solchen globalen Profi-Medien-Facebook wohl kaum noch Platz für nationale oder gar lokale Traditionsanbieter. Noch sind wir als Gesellschaft weit davon entfernt, den richtigen Weg mit dem Phänomen Facebook gefunden zu haben. Zuckerberg investiert nun erst mal in das Kitten seiner Plattform. Was würdet ihr tun:

Soll Facebook reguliert werden und wenn ja, wie? Schreibt uns Eure Vorschläge und Ideen - wir diskutieren sie in einem unserer nächsten Podcasts: Feedback.
Eure

Miriam
 
 
 
 
 
WAS IST DIGITALISIERUNG WERT?
 
 
 
 
  Die digitale Transformation verändert unser ganzes Leben. Nur viele Ökonomen finden: Digitale Technologie wird überschätzt. Denn in ihren Kennziffern spiegelt sich der digitale Fortschritt als Wohlstandstreiber nicht wider. Sind nun die euphorischen Prognosen über die Chancen der Digitalisierung falsch oder die gängigen ökonomischen Kennzahlen?

„Es gibt fehlende Wertschätzung für den Beitrag des Silicon Valleys zum weltweiten Wohlstand, weil es einfach keine Instrumente gibt, diesen zu messen“, sagt Googles Chef-Ökonom Val Harian. Nun aber zeichnet sich ab, dass Ökonomen – unter anderem einer der Popstars der Digital-Ökonomie, Erik Brynjolfsson – langsam an einem Weg aus dem Problem arbeiten, der insgesamt die Wege unserer Wohlstandsmessung hinterfragt. Sven Prange hat sich die Zusammenhänge hinter dem Wachstumsparadox mal angeschaut.
 
 
 
Geschichte lesen
 
 
 
 
 
BURN TO LEARN
 
 
 
 
 
Wie macht man eine nachhaltig glückliche Karriere?
Die meisten machen diese Erfahrung nicht nur ein Mal im Leben: Nach dem ersten Hoch im neuen Job kommt die Entzauberung, dann die Ernüchterung  - und irgendwann will man nur noch weg. Wer seine Karriere so angeht, wird allerdings nie nachhaltig glücklich. Das zumindest sagt Führungskräfte-Coach Michael Melcher. Der Karriere-Berater mit Stanford-Abschluss rät, die Karriereplanung ähnlich wie das gesundheitliche Wohlbefinden vorbeugend anzugehen. Erst Ziele und Wertvorstellungen definieren, dann jeden Tag 20 Minuten Zeit nehmen, um auf dieses Ziel hinzuarbeiten. "Nur darauf zu setzen, dass man kompetent in seinem Job ist, ist eine eingeschränkte Strategie".

Elite-Abschluss zum halben Preis
Wer heute hoch hinaus will, sollte Computerwissenschaften studieren. Wer noch höher hinaus will, macht einen solchen Abschluss an einer Elite-Universität. Blöd nur, dass die meisten davon, vor allem in den USA, ziemlich teuer sind. Abhilfe schafft nun die Ivy-League-Institution Penn University. Dort kann ab sofort über den Online-Anbieter Coursera ein Studium der Computerwissenschaften absolviert werden. Es ist nur halb so teuer, wie analog die Bank zu drücken. Vielleicht aber auch nur halb so gesellig.

Sinnsprüche vom Algorithmus
Manche Menschen scheinen sie zu brauchen, um durch den Tag zu kommen: Sinn- und Motivationssprüche. Meistens musste dafür bisher Oscar Wilde herhalten. Der moderne Mensch erhält Alltagsberatung nun vom Algorithmus. InspiroBot heißt das das Programm, das verspricht, "unendlich viele inspirierende und einzigartige Weisheiten zur  Bereicherung sinnlosen menschlichen Lebens" parat zu haben. Unser erster Treffer: "Menschen sind unterhaltsam." Am besten selbst ausprobieren.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
SERENDIPITY
 
 
 
 
  An the Oscar goes to … Oscar. Alles andere ist nämlich Müll. “Oscar”, das ist der neue künstlich intelligente Mülltrennungshelfer, der noch besser funktioniert als die Deutsche Verpackungsverordnung. Okay, das ist jetzt ein schlechter Vergleich, denn die wird ja zu Beginn des kommenden Jahres abgelöst vom Deutschen Verpackungsgesetz mit seiner Zentralen Stelle Verpackungsregister. Aber vielleicht hat Oscar ja die Chance, Bürokratie durch funktionierende Selbsthilfe zu ergänzen: Indem der intelligente Müllschlucker durch Bilderkennungssoftware und KI-Algorithmen jedes Teil ordentlich nach Recyclingmöglichkeiten seiner entsprechenden inneren Abteilung zuordnet. Jedes Element, das zum ersten Mal seiner Entsorgung zugeführt wird, lernt Oscar hinzu und speichert es in seiner künstlich intelligenten Servercloud. Und wenn Oscar mal etwas wirklich nicht erkennt, signalisiert der Mülleimer seinen Hausdamen und Hausherren mit einem LED-Licht den potentiellen Abfall-GAU. Mayday, hilf mir Mensch, zu erkennen, was es mit dem Müll auf sich hat, den ich hier schlucken soll.

Im übertragenen Sinne könnten wir so ein System auch für manchen verbalen Müll gebrauchen, der sich in den sozialen Netzwerken ansammelt. Warum installiert Facebook keinen virtuellen künstlich intelligenten Müllschlucker, um den nicht wiederverwertbaren, toxischen Mist der Desinformation automatisch zu entsorgen (siehe oben)? Weil kein noch so intelligenter Algorithmus feststellen kann, ob dieser Mist “absichtsvoll falsch” produziert wurde - so Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem bemerkenswerten Podcast mit Kara Swisher (recode). Okay, verstehe, wenn meine Nachbarn Styroporplatten in den Restmüll schmeißen, haben sie es einfach nicht so gemeint.
 
 
 
 
 
WEITER WEG
 
 
 
 
 
Die neue Tech-Königin Toronto
 
Die meisten Techies kommen mit Donald Trump nicht klar. Sein Protektionismus und Fremdenhass stehen den Werten der libertären Weltveränderer diametral gegenüber. Kapital hat daraus Kanadas Premier Justin Trudeau gezogen und die Programmierer der Welt mit guten Startbedingungen nach Kanada gelotst. Es hat sich ausgezahlt. Toronto hat im vergangenen Jahr mehr Tech-Jobs geschaffen als die Gegend um San Francisco, Seattle und Washington D.C. zusammengenommen. Ups.
 
 
 
Chinas Tech-Exporte nach Afrika
 
China ist dabei, mit Gesichtserkennungssystemen und Überwachungskameras einen dystopischen Überwachungsstaat aufzubauen. Nun schickt sich das Land an, seine technologischen Fertigkeiten nach Afrika zu exportieren. Ausgerechnet im autoritär regierten Zimbabwe, wo gerade gewählt wird, hat die Regierung einen Vertrag mit dem chinesischen Unternehmen CloudWalk Technology in Angriff genommen, um ein gewaltiges Gesichtserkennungsprogramm im Land aufzubauen. Ob er umgesetzt wird? Hängt vom Wahlergebnis ab.
 
 
 
 
 
ADA PODCAST FOLGE 3
 
 
 
 
 

 
Manche Menschen haben Sex mit Robotern. Selbst lernendes Liebesspielzeug ist schon länger auf dem Markt. Wie verändert der Einzug von Technologie ins Schlafzimmer unsere zwischenmenschlichen Beziehungen - und wer will das überhaupt?
 
 
 
           
 
 
 
 
 
ADA
AUTORINNEN UND AUTOREN
 
 
 
 
 
 
Miriam Meckel
 
 
Astrid
Maier
 
 
Sven Prange
 
 
Milena Merten
 
 
Lea Steinacker
 
 
 
 
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