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  Guten Tag,

Geschichte erzählt sich rückblickend ja immer entlang von Schlüsseldaten. So gesehen wird diese Woche Internet-Geschichte geschrieben – im Guten wie im Schlechten. Denn in dieser Woche wird erstmals mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung Zugang zum Internet haben. Die Digitalisierung setzt damit zum nächsten großen Sprung an. Und gleichzeitig markiert diese Zeitenwende auch einen Haltepunkt: Denn so wie bisher kann die Digitalisierung der Welt nicht weitergehen. Mehr als die Hälfte der Erdbewohner, die schon Zugang zum Netz haben, findet nämlich, die negativen Effekte des Internets würden bisher überwiegen. Darauf weisen eine Studie und ein Bericht hin, den das Weltwirtschaftsforum morgen vorstellen wird.

Angela Merkel, die Bundeskanzlerin, hat vor einiger Zeit etwas gesagt, wofür sie sehr belächelt wurde; und das vergangene Woche anders formuliert wiederholt, wofür sie wiederum belächelt wurde. „Neuland“ sei das Internet, sagte sie vor längerer Zeit. Das Internet sei ein „Raum, den wir noch nicht komplett durchmessen haben“, sagte sie nun. Und es stellt sich langsam heraus: Diejenigen, die die Kanzlerin da belächeln, sind womöglich diejenigen, die die Dinge weniger verstanden haben, als die Kanzlerin. Denn wohin man in diesen Tagen schaut: Das Rekordtempo, in dem Facebook vom Lieblingskonzern zum Problemfall schrumpft; das Rekordtempo, in dem China das Internet von einer Technologie der Freiheit zu einer Technologie der Unterdrückung umpolt; das Rekordtempo, in dem (Frankreich macht es vor) digitale Vernetzung Hebel der Demokratie aushebt – das alles zeigt uns: Wir sind in unserer mentalen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anpassung an die Digital-Ära allenfalls am Anfang.

Und das unterstreichen die Befunde des „Digital Future Reports“ des Weltwirtschaftsforums. Die Autoren des Berichts arbeiten sechs Baustellen heraus, die angegangen werden müssten, damit wieder die Mehrheit der Internetnutzer daran glaubt, dass die Technologie ihr Leben verbessert: Schnellerer und besserer Internetzugang für alle (2007 wuchs die Zahl der Netz-Nutzer noch um 19 Prozent, vergangenes Jahr waren es 6 Prozent); Etablierung zuverlässiger digitaler Identitäten; digitale Geschäftsmodelle müssen immer nutzenbringende Geschäftsmodelle sein; Cybersicherheit muss verbessert werden; die vierte industrielle Revolution muss geregelt werden; ein Umgang mit dem ständig steigenden Datenberg muss gefunden werden. Oder, um es kurz zu formulieren: Der digitale Raum muss zügig vermessen um dann gestaltet zu werden.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt: Wir freuen uns auf Feedback!


Eure Miriam
 
 
 
 
 
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Ist KI neutraler als Profesor*innen?

Beim wissenschaftlichen Fortschritt soll nichts dem Zufall überlassen werden. Schon gar nicht die Qualität wissenschaftlicher Publikationen. Deshalb gibt es einen Prüfungs- und Bewertungsprozess, genannt “Peer Review”, in dem Forscher*innen prüfen, ob mit rechten Dingen zugeht, was ihre Kolleg*innen publizieren wollen. Das ist aufwändig, anstrengend und manchmal nicht ganz so objektiv, wie die wissenschaftliche Community sich selbst gerne einzureden versucht.

Menschen machen Fehler, nicht nur als Autor*innen, sondern auch als Schiedsrichter*innen über die Qualität der Arbeit anderer. Und Menschen sind eitel. Daher kommt es nicht selten vor, dass ein “Peer Review” zum Ergebnis kommt, man möge doch bitte die bahnbrechenden, alles verändernden Arbeiten des Forschers Y berücksichtigen. Auch wenn die Bewertungen “blind”, also anonymisiert verlaufen sollen, lässt sich manchmal anhand von ein paar Kriterien rausfinden, wer der Reviewer ist. Siehe da: Forscher Y findet seine eigenen Arbeiten so bahnbrechend, dass er sie zur Zitation empfiehlt.

Künstlich intelligente “Peer Review”-Programme sollen den Gesetzen der unabhängigen Qualitätsbewertung auf dem Markt der Publikationseitelkeiten wieder Geltung verschaffen. Das funktioniert beeindruckend gut. Per semantischer KI-AnaIyse lassen sich die Kernaussagen eines Artikel auf Knopfdruck zusammenfassen und Plagiate erkennen. ”Penelope.ai” prüft, ob ein Artikel den formalen Anforderungen an wissenschaftliche Publikationen gerecht wird. Mit “StatReviewer” lassen sich statistische Auswertungen fix prüfen. Am Beispiel psychologischer Journals zeigt sich: Etwa die Hälfte aller Publikationen enthält gravierende Fehler. In zwölf Prozent der Fälle ist der Fehler so krass, dass er die Aussage des Forschungspapiers verändert. Auch Wissenschaft ist oft viel subjektiver, als manche Forscher*innen sich eingestehen mögen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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  Fünf K.O.-Kriterien fürs Teamwork

Warum geht statistisch immer noch die große Mehrheit der Projekte schief? Und wieso gelingt es oft so schlecht eine gute Kommunikation im Projektteam zu etablieren? Unsere Experten zeigen, welche fünf Fehler im Projektalltag häufig passieren und wie man sie vermeiden kann. Erfahrt wie wir zukünftig das Beste aus dem Know-how unserer Teams herausholen und dem altbekannten E-Mail-Pingpong sowie der ewigen Suche nach der aktuellsten Version ein Ende setzen können.

Der neue Leitfaden zu den Collaboration Trends 2019 zeigt, welche fünf Faktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Projekt entscheidend sind. Gleichzeitig beleuchten wir den Status Quo und zeigen, wo die Stolpersteine im Projektalltag liegen und wie man diese geschickt überspringt.

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Bald denken sie auch noch für uns

Das ist der Traum, dem viele nachhängen: Der Rechner erledigt nicht nur Aufgaben für uns, er denkt auch für uns, hilft uns auch bei unserer Gedanken-Arbeit. Bisherige Rechner sind darin noch nicht so gut. Sie sind uns zwar überlegen darin, viele aufeinander folgende Aufgaben zu lösen. Das ist aber eher sehr effizientes Entscheiden als wirkliches Denken, wie es etwa unser Hirn macht. Dafür müssten Rechenchips eher wie menschliche Neuro-Zellen funktionieren. Und genau das ist nun ein Stück wahrscheinlicher geworden: Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich haben gemeinsam mit Kollegen aus Aachen und Turin ein Schaltelement aus Nanodrähten hergestellt, das ganz ähnlich wie eine biologische Nervenzelle funktioniert. Ihr Bauelement kann sowohl Informationen speichern als auch verarbeiten – und mehrere Signale parallel empfangen.

Ein solcher bioinspirierter Rechner arbeitet nach den Vorstellungen von Experten dezentral und verfügt über eine Vielzahl von Prozessoren, die – wie Neuronen im Gehirn – netzartig miteinander verbunden sind. Fällt ein Prozessor aus, kann ein anderer seine Funktion übernehmen. Und ähnlich wie im Gehirn, wo Training zu verbesserter Signalweiterleitung führt, soll auch ein bioinspirierter Prozessor lernen können.
 
 
 
 
 
 
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Real-Time-Dokumentation sexueller Belästigung
 
“You can look but never touch”, singt die amerikanische Rockmusikerin Melissa Etheridge in ihrem Song “Indiana”. Darin beschreibt sie die großen Träume und kleinen Chancen eines Mädchens aus dem Mittleren Westen. Der Song hätte auch die Musik zu einem Experiment werden können, mit dem die Getränkefirma Schweppes die Lebensqualität von Frauen in brasilianischen Nachtclubs ans Tageslicht zerrt. Schweppes und die Werbeagentur Ogilvy haben ein Forscherteam beauftragt, ein intelligentes Kleid zu entwerfen, das die Anzahl und Intensität von Berührungen registrieren kann. Die ins Kleid eingewobenen Sensoren wurden zur Real-Time-Dokumentation sexueller Belästigung.

Drei Frauen schickte das Projekt mit dem intelligenten Kleid ins Nachtleben Brasiliens. In weniger als vier Stunden wurden sie 157 Mal unaufgefordert angefasst, festgehalten, umarmt. So entwarf das sensorische Kleid eine Heatmap der Belästigungsunkultur. “Dress for Respect” lautet der Name des Projekt. Es ist eine Aufforderung. Darauf lässt sich wiederum mit Melissa Etheridge antworten: “It's a tough road but you start slow.”
 
 
 
           
 
 
 
 
 
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