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Big Brother is listening. (Quelle: Giphy)
 
 
  Guten Tag,

Diese Erfindung sei zu verdammen, von ihr gehe Gefahr aus und sie bedeute das „unmittelbare Ende jeder Privatsphäre“ – so schrieb es die New York Times im Jahr 1877. Die Rede war vom Telefon, das wie jede neue Technologie erst einmal auf Misstrauen stieß.

Hätte der Times-Journalist damals schon geahnt, dass 142 Jahre später dank Spracherkennungstechnologie nicht nur das heimliche Mithören, sondern auch das Extrahieren und Digitalisieren menschlicher Stimmen möglich sein würde, wäre sein Leitartikel über das Telefon wohl noch düsterer ausgefallen.

Genau das passiert nämlich in US-amerikanischen Gefängnissen, wie eine gemeinsame Recherche von The Appeal und The Intercept aufgedeckt hat. Demnach sind die Stimmen von hunderttausenden Häftlingen in biometrischen Datenbanken gespeichert worden – damit Algorithmen auf Grundlage dieser Daten Stimmen in Telefonanrufen identifizieren und mit früheren Anrufen abgleichen können. In einigen Fällen sollen sogar die Stimmen externer Anrufer*innen analysiert worden sein, um Personen zu tracken, mit denen die Häftlinge regelmäßig Kontakt haben.

Alles im Namen der Sicherheit, versteht sich. Allerdings wurden offenbar viele Stimmen gespeichert, ohne dass die Betroffenen davon wussten – oder die Häftlinge wurden dazu gezwungen, die Digitalisierung ihrer Stimmen zu genehmigen, um überhaupt eine Erlaubnis für Anrufe zu erhalten. Das Ende jeder Privatsphäre ist jetzt zumindest in amerikanischen Gefängnissen schaurige Realität.


Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt: Wir freuen uns auf Feedback!


Eure Miriam
 
 
 
 
 
SERENDIPITY
 
 
 
 
 
Unfinished Sympathy

Franz Schubert war einer der ganz großen Künstler der späten Klassik und frühen Romantik. Seine musikalische Kreativität hat eine Epoche geprägt und Generationen von Musikliebhabern gleich mit. Man kann einfach keine Winterreise antreten, ohne den Liederzyklus zumindest im akustischen Gepäck zu haben (vorzugsweise gesungen von Ian Bostridge). Die „Lieder von Liebe und Schmerz” zeugen davon, dass Schubert nicht immer ein fröhlicher Zeitgenosse war. Und vielleicht liegt es auch daran, dass er nicht alles fertig gekriegt hat (wofür die prokrastinationsgeneigte Zeitgenossin allemal großes Verständnis hat).
 
 
 
 
 
  Schuberts h-moll-Symphonie (1822) blieb unvollendet. Nach zwei Sätzen hatte der Künstler keine Zeit, keine Kraft, keine Lust oder keine Ideen mehr. Oder er hatte sich schlicht entschieden, dass nun wirklich nicht jede Symphonie vier Sätze braucht. Damit mögen sich die Perfektionisten der Gegenwart aber nicht zufrieden geben.

Was die menschliche Kreativität und Intelligenz unvollendet ließ, das vollendet jetzt die künstliche Intelligenz. Der chinesische Tech-Konzern Huawei hat sein Smartphone „Mate 20 Pro” mit einer KI ausgestattet, die nun die „Unvollendete” vollendet hat. Der neuronale Prozessor analysierte die ersten beiden Sätze, um daraus den dritten und vierten zu prognostizieren. Huaweis Europamanager, Walter Ji, meint dazu: „At Huawei, we are always searching for ways in which technology can make the world a better place.”

Angesichts der derzeit heftigen Debatte um den Ausschluss der Konzerntechnologie vom 5G-Netzaufbau, leidet Huawei nicht unter einer „unfinished symphony”, sondern unter „unfinished sympathy”. Das ist übrigens ein Song von Massive Attack, der so gut ist, dass keine KI ihn besser machen kann.
 
 
 
 
 
BURN TO LEARN
 
 
 
 
 
Selbstfahrende Autos zum Selbstprogammieren

Wer ein selbstfahrendes Auto programmieren will, muss einiges beachten: Immerhin muss man dem Fahrzeug beibringen, Abstände korrekt einzuschätzen oder Hindernissen rechtzeitig auszuweichen.

 
Zwei Professoren der Universität Toronto haben deshalb einen Online-Kurs entwickelt, der mithilfe von Erklärvideos, Programmierübungen und Open-Source-Simulationssoftware die Grundlagen des Programmierens für autonome Fahrzeuge vermittelt. Am Ende der vier Lektionen sollen die Teilnehmer*innen ihrem virtuellen Auto beibringen, selbständig über eine simulierte Rennstrecke zu fahren.

Der Kurs ist allerdings nicht für komplette Anfänger*innen geeignet: Vorkenntnisse im Programmieren, in linearer Algebra, Statistik und Physik solltet ihr mitbringen. Wer nicht allzu tief einsteigen und lediglich mehr über die Geschichte des autonomen Fahrens und die grundsätzlichen Herausforderungen für Entwickler*innen lernen möchte, dem wird die erste Lektion ausreichen.
 
 
 
 
 
 
Quelle: University of Toronto / Coursera
 
 
 
 
 
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Wie sieht Innovation 2030 aus?
 
Die Welt verändert sich in Riesenschritten. Innovationen ermöglichen Unternehmen neue Geschäftsmodelle und eröffnen neue Märkte. Es entstehen riesige Chancen und Möglichkeiten. Aber: Wie kann man den Innovationsprozess optimal organisieren? Wie sieht er in zehn Jahren aus? Welche Realität erwartet uns morgen, und wie wollen wir damit umgehen? Darüber haben sich Wissenschaftler des neuen Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung den Kopf zerbrochen. Daraus entstanden ist ein Impulspapier mit fünf Thesen, wie Innovation im Jahr 2030 aussehen wird, verbunden mit Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ganz wichtig werden in Zukunft Offenheit, Lernfähigkeit und Kooperation sein sowie integrierte Lösungen, durchgängig digitalisierte Innovationsprozesse und Open Science. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier.
 
 
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DIGITAL GOOD LIFE
 
 
 
 
 
Tierische Schattenspiele
 
Das Schwein ist fleißig, mitfühlend und großzügig. Besonders kreativ ist es nicht. Jedenfalls was die Eigenschaften des chinesischen Tierkreiszeichens betrifft. Am Dienstag haben die Chinesen ihr „Chinese New Year” gefeiert und sind in das Jahr des Schweins (己亥) eingetreten. Passend zum Datum hat Google ein kleines KI-Schattenspiel ins Netz gestellt, bei dem man mit ein wenig Fingerfertigkeit die zwölf Tierkreiszeichen am Computer mimen kann.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Beim Selbstversuch zeigt sich: Man kann schnell den Eindruck bekommen, dass es egal ist, was man mit den Händen vor der Kamera macht, das Tier entsteht allemal (nach Schwein sieht der obige Selbstversuch jedenfalls nicht aus). Wer allerdings sein Gesicht in die Kamera hält, hat verloren. Kein Tier erscheint. Was im Falle des Schweins womöglich eine gute Nachricht sein kann.
 
 
 
 
 
PODCAST
 
 
 
 
 
Ist das Internet kaputt?
 
Das World Wide Web stand einst für Freiheit, Offenheit und Demokratie. Mittlerweile trüben Monopole, Datenskandale und Fake News den Traum von der besseren Gesellschaft. Milena Merten und Sven Prange diskutieren, was schief gelaufen ist – und was wir alle tun können, damit das Netz ein besserer Ort wird.


 
 
 
 
 
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