Warum das Silicon Valley auf Federvieh steht - Algorithmen, die dichten - Inner Engineering
 
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Huhn
 
Quelle: Giphy
 
 
  Guten Tag,

Die Tech-Elite hat ein neues Status-Symbol – Hühner. Natürlich nicht irgendein Federvieh, sondern solches mit hervorragenden Genen, das mit eigenen Köchen bewirtet wird und in Ställen lebt, die bis zu 20 000 US-Dollar kosten. Sie legen die "feinsten Eier, die Tech-Geld kaufen kann", schreiben dazu die Kollegen der Washington Post in ihrem wunderbaren Artikel. Darin wird auch John Land zitiert, Lead Product Manager bei Waymo, dem Unternehmen, das mal Google Car hieß und bis heute am selbst fahrenden Auto werkelt. Land sagt, es sei faszinierend, den Tieren zuzuschauen, statt auf einen Bildschirm zu starren, denn so betrachte man den "Zyklus des Lebens".

Stimmt. Zum Leben im unerträglichen Überfluss passt auch, dass mittlerweile Investorentickets in Höhe von 100 Millionen US-Dollar für US-Startups die Regel geworden sind, wo sie früher noch "Mega-Runden" hießen. Darüber können wir uns in Europa natürlich wundern und über die Hühner lustig machen. Aber wie schaffen wir es, ähnlich viel Wohlstand mit sprunghaften Ideen zu generieren?

Immer wieder höre ich in Gesprächen mit Unternehmern, Gründerinnen und Wissenschaftlern: Indem wir uns auch ein DARPA-Programm zulegen. So heißt die Behörde des US-Verteidigungsministeriums, die innovative Zukunfts-Ideen fördert, die anderen zu abgefahren sind. Das mag gerade in Deutschland als ein heikles Thema erscheinen, aber warum nicht ein DARPA light-Modell? Eines, das mutig und wendig Neues fördert, das der Zivilgesellschaft zugute kommt: KI-Drohnen, nein danke! KI gegen das Eindämmen von Epidemien oder Biotech-Waffen – her damit! Der Nukleus von Waymo, dem Arbeitgeber von Hühner-Halter Land, wurde übrigens in einem DARPA-Wettbewerb entdeckt. Dieses Huhn hat ein großes Ei gelegt.

Heute kommt unser Brief schon am Freitag - würdest Du ihn in Zukunft gerne immer freitags bekommen oder lieber weiterhin am Sonntag? Wir freuen uns auf Feedback!


Eure Miriam
 
 
 
 
 
EINBLICK
 
 
 
 
  Was einem Mädchen raten, das Astronautin werden will? Am besten: "Einfach machen!" Und das folgende Interview mit der US-Raketenfliegerin Yvonne Cagle gleich mit empfehlen. In der Geschichte der NASA gibt es genau fünf afroamerikanische Astronautinnen – Cagle ist eine davon. Zwei Jahre lang ließ sie sich zur Astronautin ausbilden und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. Mit ada-Autorin Milena Merten und ihrer Kollegin Fulya Cayir sprach sie über ihre Vorbilder, über Diskriminierung bei der NASA und warum (fast) jedes Ziel erreichbar ist, wenn man nur nach den Sternen greift.  
 
 
Interview lesen
 
 
 
 
 
SERENDIPITY
 
 
 
 
 
Im Jahre 1916 hat der amerikanische Dichter Robert Frost ein wunderbares Gedicht geschrieben, das so endet: “Two roads diverged in a wood, and I – I took the one less traveled by, and that has made all the difference.”

Der weniger oder gar nicht begangene Weg, den Frost sich damals wohl nie hätte vorstellen können, führt zur algorithmischen Dichtung. Die war bislang Menschensache, und darauf waren viele von uns ganz schön stolz. Forscher der Kyoto-Universität und von Microsoft haben es jetzt gewagt, ihren Fuß auf den unberührten Boden der dichtenden künstlichen Intelligenz zu setzen. Das Ergebnis ist ein Algorithmus, der poetische Anhaltspunkte aus Bildern ableitet und daraus dann Gedichte schreibt. Das ist zumindestens auf eine Art bezaubernd.

Denn es gelang dem Algorithmus im Turing Test, sowohl Laien als auch Experten (etwas seltener) hinter die Lichtung zu führen. Das Beispiel, das Ihr unten seht, erinnert sicher nur ganz beiläufig an Robert Frost. Aber ganz konkret erinnert es daran, dass Elemente menschlicher Einzigartigkeit auf dem Weg in das Paradies umfassend befähigter künstlicher Intelligenz verloren gehen können: Close your eyes, you are losing your way in paradise ...
 
 
Quelle: Beyond Narrative Description: Generating Poetry from Images by Multi-Adversarial Training
 
 
 
 
 
BURN TO LEARN
 
 
 
 
  OUTER ENGINEERING

TechCrunch Disrupt in San Francisco ist so etwas wie die Mutter aller Tech-Konferenzen. Legendär sind vor allem die Geschichten, die hinter der Bühne passierten. So mancher hoffnungsvolle Gründer hat sich vor seinem Pitch vor Aufregung übergeben – dafür standen backstage auch Eimer bereit.

Keine Frage: Eine zitternde Stimme und flatternde Hände können Karrieren killen. Aufregung kann aber auch wie ein Aufputschmittel wirken und uns zu Höchstleistungen antreiben. Wie sich die Nervosität sogar in Spaß umdrehen lässt, haben die Kollegen unseres Mutterblattes WirtschaftsWoche aufgeschrieben. Tipps für den perfekten Auftritt gibt es zudem von Stanford-Dozenten. Und falls Bewerbungsgespräche Dein Problem sind: Bei Quartz at Work gibt es Rat, wie man Interviews mit einem Chatbot übersteht. Denn die treffen inzwischen für viele Recruiter die Vorauswahl. Die Tipps hören sich erstaunlich menschlich an. Man soll dem Bot einfach Fragen stellen.


Und es gibt Neues von Elon Musk, den Mann, über den dessen Ex-Frau mal sagte, er habe "Eier aus Stahl". Wie sich herausstellt, ist Musk zweifelslos ein Überflieger - der Stress, mehrere Unternehmen zeitgleich zu führen, zahlt allerdings auch auf die Gesundheit des berühmtesten Zukunfts-Managers der Welt ein. Musk hat sich jetzt mit der New York Times zu einem Interview getroffen. Er gab den Reportern einen erschütternden Einblick in sein Leben zwischen Überholspur und Twitter-Eskapaden. Das letzte Jahr mit Tesla sei "unerträglich" gewesen. Schlaf geht oft nur noch mit Tabletten. Ein Mythos ist eben nur das - ein Mythos. Angst fressen auch Musks Seele auf.
 
 
 
 
 
DIGITAL GOOD LIFE
 
 
 
 
 
INNER ENGINEERING
 
Wie lässt sich im Lärm der Welt ein Moment der Stille finden? Wie im Chaos des Alltags ein Moment der inneren Ordnung? Das sind nicht nur die Fragen, die Transzendental-Gurus sich selbst und ihren Anhängern stellen. Sie entscheiden auch über die Zukunft eines Unternehmens. Alle sind immer in Betrieb, aber keiner weiß so richtig warum? Die Organisation dreht im Leerlauf und der einzelne bald durch. Wenn in der Führungsetage Reizklima herrscht, gibt's im Unternehmen Gewitter.

Meditation und Yoga als Mittel zu mehr Produktivität und Wohlbefinden in Organisationen sind derzeit der Renner. Unternehmen wie Google, Bosch oder Continental haben das längst verstanden und bieten ihren Teams entsprechende Programme an. So langsam sickert diese Erkenntnis auch in der Managementlehre durch. Auf der diesjährigen Konferenz der “Academy of Management” in Chicago widmeten sich erstaunlich viele Vorträge und Workshops dem guten Leben in der Informations- und Reizüberflutung. Durch die entsteht nämlich “Technostress”, der wiederum individuelles Wohlbefinden und Produktivität negativ beeinflusst.

Ein Weg da raus geht über das “Inner Engineering”, das wir in einem vierstündigen Workshop in Chicago sehr praktisch erprobt haben. Ein Raum mit hundert Führungskräften, die achtsam atmen und meditativ ihre Nackenmuskulatur dehnen? Aber ja, das geht. Wenn man für 5 Minuten das Smartphone weglegt und sich einlässt, entsteht ein lebenswerter Unterschied. Wer Angst hat, er werde zum Weichei, suche sich einfach den richtigen Titel aus: “Yoga for success”:
 
 
 
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Wir sehen die Zukunft nicht nur aus einer Perspektive, sondern aus vielen: Kunst, Gesellschaft, Technologie, Wissenschaft. Darum bringen wir die verschiedensten Vordenker und Macher zusammen.

Freu dich auf Mike Shinoda, Renée DiResta, Armina Mussa, Tom London, Adriene Mishler, uvm. In Workshops kreierst du z. B. ein eigenes Kunstwerk – aus Bakterien! – oder lernst wie man mit Sensoren intelligente Räume erschafft. In Mentor Sessions erfährst du im kleinen Kreis wertvolle Insights aus erster Hand. Klingt einzigartig? Ist es auch! Schau dir ganz in Ruhe unseren Schedule an und bleibe mit dem me Convention Newsletter auf dem neuesten Stand.

Auch für Kreativpausen ist gesorgt: leckeres Essen, Orte zum Entspannen & Diskutieren, sowie ein fantastisches Abendprogramm.

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PODCAST
 
 
 
 
 
"Hol' Dir Deine Daten zurück"
 
Eine kluge Debatte anzustoßen über den richtigen Umgang mit den Daten-Konzernen aus dem Silicon Valley – das gelingt hierzulande nicht gerade oft. Wir haben es heute mit Hühnern versucht. Ausgerechnet die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat das mit einem Beitrag vor ein paar Tagen im Handelsblatt aber besser geschafft. Darin fordert sie "Daten für alle": Facebook & Co. sollen ihr teuerstes Gut anonymisiert mit anderen teilen, damit auch diese Geschäfte damit machen können. Das ist ein überlegenswerter, wenn auch nicht der einzige Ansatz, wie wir die Herrschaft über unsere Daten zurückgewinnen können. Welche Optionen noch sinnvoll sind, hört ihr in unserer neuen Podcast-Folge.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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AUTORINNEN UND AUTOREN
 
 
 
 
 
 
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