...zumindest ein bisschen
 
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Der Mord am saudischen Journalisten Jamal Khashoggi bringt auch die Tech-Branche in Bedrängnis.
Quelle: Getty Images
 
 
  Guten Tag,

Seit dem Verschwinden und der mutmaßlichen Ermordung des saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi steckt die globalisierte Wirtschaft in einem Konflikt – allen voran das Silicon Valley. Ob Uber, Slack oder WeWork: Das gigantische Wachstum der Unicorns wurde maßgeblich mit saudischem Geld finanziert.

Nun haben mehrere CEOs der Tech-Branche, unter anderem Dara Khosrowshahi von Uber, ihre Teilnahme an der saudischen Finanzkonferenz „Davos in the Desert“ abgesagt. Der japanische Hightechkonzern Softbank denkt außerdem laut darüber nach, seinen milliardenschweren „Vision Fund“, in dem zu großen Teilen saudisches Geld steckt, nicht neu aufzulegen.

All das bleibt allerdings Symbolik, wenn die Tech-Giganten weiterhin bedenkenlos große Summen aus Saudi-Arabien annehmen. Uber etwa hat 2016 rund 3,5 Milliarden Dollar von der saudischen Regierung akzeptiert und einen saudischen Vertreter in seinen Aufsichtsrat aufgenommen. Und auch Slack, WeWork oder GM Cruise profitieren über Softbanks Vision Fund vom saudischen Geldsegen.

Fakt ist: Die Tech-Giganten werden weiter auf viel Geld angewiesen bleiben – und dieses Geld gibt es im Ölstaat am Persischen Golf im Überfluss. Das ist insofern praktisch, seit die Jungunternehmen Börsengänge zur Finanzierung meiden. Das mit der Transparenz ist ja auch ganz schön lästig.

Dagegen pumpen Saudi-Arabien und China Milliarden in neue Technologien, während sie westliche Werte wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit mit Füßen treten. Es droht darauf hinauszulaufen, dass sich der technologische Fortschritt und der westliche Liberalismus zunehmend entzweien.

In den USA versucht man dagegen zu halten: Das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) kündigte diese Woche an, eine Milliarde Dollar in eine neue Hochschule für künstliche Intelligenz zu investieren. Und Europa? David Wallerstein, Topmanager bei Chinas Tech-Gigant Tencent, riet dem Kontinent kürzlich, er solle nicht versuchen, mit China und den USA zu konkurrieren, sondern sich doch auf bislang vernachlässigte Dimensionen neuer Technologien konzentrieren. Machmal ist ein Rat mehr ein Schlag als eine Hilfestellung. Wir haben eine Idee, wie Europa wieder Wind unter die Flügel kriegen und in die KI-Zukunft durchstarten könnte. Lest doch mal die Titelgeschichte unserer ersten Ausgabe des ada-Magazins.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt: Wir freuen uns auf Feedback!


Eure Miriam

PS: Eine kleine Leseprobe aus unserem neuen Magazin findet ihr hier. ada-Redaktionsleiter Sven Prange geht darin der Frage nach, wie sich mittelständische Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung neu erfinden können.
 
 
 
 
 
ADAS EINBLICK
 
 
 
 
  In drei Worten ans Ziel

Die Welt lässt sich in 57 Billionen Quadrate einteilen, jeweils drei mal drei Meter groß. Das ist nicht nur ein Fun Fact, sondern auch Grundlage einer Geschäftsidee – und zwar der von what3words. Das britische Start-up hat unsere Erde auf diese Weise vermessen und daraus ein neues Adresssystem entwickelt, das jedem Quadrat auf der Erde drei Begriffe zuordnet. Ärzt*innen in südafrikanischen Townships nutzen es bereits. Daimler möchte es in seine Autos einbauen. Was es damit auf sich hat, hat sich Varinia Bernau für uns genauer angeschaut.
 
 
 
Ganze Geschichte lesen
 
 
 
 
 
SERENDIPITY
 
 
 
 
 
Mehr Tiefenschärfe für Facebook

Manchmal ist das Leben eine ziemlich zweidimensionale Sache: gut oder schlecht, oben oder unten, rechts oder links, richtig oder falsch. Gerade die sozialen Netzwerke haben unser Gespräch über die Dinge verändert, oft leider genau in die binäre Richtung, die alles in zwei Seiten teilt. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich? So ein Quatsch. Es gibt immer eine dritte Dimension. Nur wer sie entdeckt und zum Leben erweckt, kriegt die richtige Tiefenschärfe in die eigene Betrachtung unserer Lebenswelt.

Mehr Dreidimensionalität – das könnte gesellschaftlicher Aufruf unserer Zeit sein. Aber fangen wir doch mal bei der (einfacheren?) technischen Umsetzung an, hat sich Facebook gedacht. Das Unternehmen rollt gerade eine neue Funktion der 3D-Fotos in der Timeline aus. Mit ein paar Mal tippen lassen sich Porträts zum Leben erwecken oder Räume hinter Fenstern erkunden. Damit macht Facebook den Newsfeed attraktiver und bringt ein bisschen mehr Tiefenschärfe in die Fotos. Wäre doch schön, wenn 3D Teil einer übergreifenden Programmatik für das Soziale Netzwerk würde.
 
 
Quelle: Techcrunch
 
 
 
 
 
BURN TO LEARN
 
 
 
 
 
In jedem modernen Unternehmen gibt es ein Mentoring-Programm. Steckt das noch in den Kinderschuhen, dann wirken Führungskräfte ganz klassisch als Mentor*innen für Mitarbeiter*innen. Im fortgeschritteneren Stadium entdeckt das Unternehmen “reverse Mentoring”. Dann läuft das Ganze auf Gegenseitigkeit, und auch die Mentees coachen ihre Vorgesetzten. Gerade bei Technologiethemen ist das extrem hilfreich, denn oft wissen die Jüngeren besser Bescheid als die Älteren. Im Vorstand kann man von den Youngstern mindestens so viel profitieren wie umgekehrt.

 
Eine Studie der Chicago Booth School of Business hat sich die Vorzüge des Mentoring jetzt noch mal genauer angeschaut und festgestellt: Mentoring hat ganz viele versteckte Vorzüge. Einer davon: Wer einen Schützling hat, vermeidet es leichter, an extremem Aufschieben (Prokrastination) zu erkranken. Kleine Denksportaufgabe bis zur nächsten Woche: Warum ist das wohl so? Die Antwort gibt es nächsten Sonntag.
 
 
 
 
 
VON UNSEREM PARTNER
 
 
 
 
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Was den Status quo stört, macht innovativ
 
Viele Studien belegen, dass bunt gemischte Teams kreativer und innovativer arbeiten als homogene Gruppen.
SAP ist in Sachen Diversity Vorreiter und ist davon überzeugt, dass es ein Gewinn für Unternehmen und die Gesellschaft ist, wenn Mitarbeiter völlig unterschiedliche Voraussetzungen, Fähigkeiten und Ideen einbringen.

Wie baut man eine Belegschaft auf, die aus Männern und Frauen, verschiedenen Nationalitäten und Religionen, Jungen und Erfahrenen sowie Menschen mit und ohne Behinderung besteht, um gemeinsam durchzustarten?

Erfahrt hier mehr dazu.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
DIGITAL GOOD LIFE
 
 
 
 
 
Das Geheimnis der Produktivität
 
Es gibt Menschen, die haben nie digital gearbeitet. Ehrlich jetzt. Einfach weil sie in der Ungnade der zu frühen Geburt gelebt haben. Produktiv waren sie trotzdem. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist der Soziologe Niklas Luhmann (1927-1998), der von Bielefeld aus über die Systemtheorie die Soziologie revolutioniert hat. Luhmann hat nie einen Computer gesehen. Er arbeitete mit einem umfassenden Analogsystem - dem Zettelkasten. Mit dessen Hilfe hat er 70 Bücher und 400 wissenschaftliche Aufsätze verfasst. Offenbar hat es wenig mit analog oder digital zu tun, ob man leistungsfähig ist oder nicht.

 
 
 
Quelle: Niklas Luhmann-Archiv, Universität Bielefeld
 
Das Geheimnis der Produktivität liegt woanders. Luhmann hat einmal gesagt: “Ich zwinge mich nie, etwas zu tun, was ich nicht tun möchte. Wenn ich stecken bleibe, mache ich etwas anderes.” Vielleicht entsteht eine große Leistung also nicht TROTZ der Tatsache, dass man macht, was man mag, sondern exakt WEGEN dieser Tatsache? Wie schreibt Luhmann oben auf seinem Zettel: “Disziplin ist Eingeübtsein stereotyper Situationsdefinitionen.” Damit kommt man durch, aber nicht weit. Richtig gut und produktiv wird, wer macht, was er oder sie mag und kann und damit die eigenen Stärken stärkt.
 
 
 
 
 
PODCAST
 
 
 
 
 
Blockchain – das bessere Internet?
 
Die Pioniere der neuen Technologie versprechen nichts weniger, als das Web zu retten – und die Gesellschaft gleich mit. Léa Steinacker und Astrid Maier schauen sich den Hype um die Dezentralisierung des Netzes etwas genauer an. Special Guest in dieser Folge: Blogger Friedemann Brenneis ("The Coinspondent").
 
 
 
     
 
 
 
 
 
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AUTORINNEN UND AUTOREN
 
 
 
 
 
 
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