Warum Google wirklich nach China will, galaktische Babys und Roboterräume
 
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Quelle: Giphy
 
 
  Guten Tag,

Lange nichts mehr von Eric Schmidt gehört, dem ehemaligen Google-Chef und späterem Executive Chairman. Dabei ließ Schmidt, wenn er sich äußerte, oft tief in die Zukunft blicken. So etwa, als er das Ende der Privatsphäre ankündigte. Seine Äußerung, man solle etwas ohnehin sein lassen, wenn man nicht wolle, dass andere davon erfahren, schrieb 2009 Internetgeschichte. Vor ein paar Tagen machte Schmidt, der inzwischen nur noch einfaches Verwaltungsratsmitglied der Google-Mutter Alphabet ist, aber wieder von sich reden. Und erneut zeigte er Weitblick. Seine Prognose: Bis 2028 werde sich das Internet zweispalten - in ein amerikanisch geführtes Netz und in ein chinesisches.

Schmidts Prophezeiung gibt den besten Hinweis darauf, wie eines der derzeit kniffligsten Rätsel der Technologie-Branche zu lösen wäre: Warum Google neuerdings den Wiedereinstieg ins China-Geschäft erwägt. Denn ökonomisch haben die Betreiber der Suchmaschine dort nicht allzu viel zu erwarten. In China gibt es längst einen Konkurrenten auf technologisch höchstem Niveau, Baidu. Der einzige USP, den die Amerikaner zu bieten gehabt hätten, wäre die Freiheit. Aber die verbietet in China ja der Staat. Wegen des Projekts "Dragonfly", das Keith Enright, Googles oberster Privatsphärenschützer, vor dem Senat jetzt bestätigte, gibt es dafür umso mehr Ärger: Die eigenen Mitarbeiter und Politiker revoltieren dagegen. Laut dem Portal „The Intercept“ soll der Konzern aus Mountainview gemeinsam mit einem chinesischen Partner an einer Suchmaschine mit eingebauter Zensur und Überwachung arbeiten.

Wenn sich aber das Internet, und hier kommt Schmidt wieder ins Spiel, in zwei Systeme spaltet, kann es sich der US-Tech-Konzern nicht erlauben, nur an dem einen teilzunehmen. Auch wenn Google in China für immer der Underdog bleiben dürfte - als Gäste am technologischen Gartenzaun entgingen den Kaliforniern dort immerhin keine Trends. Auch das eine oder andere Daten-Experiment wäre möglich, das daheim wegen Datenschutzregeln unmöglich wäre. Und so wird wieder eine große, Schmidteske, Zukunftsgeschichte daraus.


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Eure Miriam
 
 
 
 
 
ADAS EINBLICK
 
 
 
 
  Zukunftsstunden für alle Familien

Wenn es um die eigene Zukunftstauglichkeit Deutschlands geht, hat sich kaum eine Diskussion so zum Reizthema aufgeschaukelt wie die um die digitale Bildung von Kindern: Den einen gilt sie als elitäres Teufelszeug, den anderen als einziger Weg hin zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern in einer durchdigitalisierten Welt. Zu den letzteren gehört Verena Pausder, selbst Tech-Gründerin. Warum Pausder nun eine neue Bewegung in Gang setzen möchte und weshalb sie zuhause mit ihren Kindern Zukunftsstunden praktiziert, darüber hat sie mit ada-Autorin Astrid Maier gesprochen.
 
 
 
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SERENDIPITY
 
 
 
 
 
Der Konferenzraum lebt

Die Zukunft der Meetings und Konferenzen liegt im Stall des Centaurus. So flexibel, wie die mythische Gestalt des Pferdemenschen mit Gattung und Form umgeht, so soll dies auch in einem modernen Konferenzraum möglich sein. Eine Gruppe von Computerdesignstudent*innen von der Universität New South Wales in Australien haben mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Augmented Reality einen flexiblen Raum entworfen - den interaktiven „Centaur Pod“.

Er passt sich an seine Umweltbedingungen, vor allem aber an das Verhalten der in ihm versammelten Menschen, an. In Zukunft interagieren wir also nicht mehr mit einem Roboter im Raum (der sich womöglich im Nachgang des Meetings als Mensch offenbart). Wir sind vielmehr im Roboter, denn das ist der Raum selbst. Schon beim Betreten eines solchen künstlich intelligenten Raums spürt man dann wohl die Stimmungslage der Anwesenden. Eine scharfkantige Abgrenzung zum Sitznachbarn? Vorsicht, lieber nicht ansprechen …

Und für alle, die beim Betreten eines Raumes vor den Augen aller schon mal das Gefühl hatten, der Boden möge sich als hilfreiche Falltür der Scham auftun, damit man darin verschwinden kann: Auch das geht dann.
 
 
Prototyp der Muskelhülle des Centaur Pods, Qelle: UNSW Newsroom
 
 
 
 
 
BURN TO LEARN
 
 
 
 
  Deine musikalische DNA
Weißt Du eigentlich, wie Du klingst? Das haben sich der Musikstreaming-Anbieter Spotify und die digitale DNA-Datenbank Ancestry auch gefragt. Und gemeinsam ein Projekt gestartet, bei dem Deine Gene mit dem musikalischen Erbe Deines Kulturkreises abgeglichen werden. Wer also französische Vorfahren hat, dem werden auf die DNA-Playlist vielleicht Lieder von Françoise Hardy zugefügt. Und Deutschen dann Heino???

Galaktische Babys
Schon mal etwas vom Begriff “postbiologisch” gehört? Den solltest Du Dir lieber merken. Den verwenden Wissenschaftler und Weltraumforscher neuerdings immer öfter, wenn sie darüber spekulieren, was dabei rauskommt, wenn man Weltraumtechnologie und künstliche Intelligenz kombiniert: supraintelligente Lebensformen, die für uns das Weltall erobern werden - oder längst parallel zu uns existieren.

Shoppen wie die Online-Weltmeister
Amazon gilt als der innovativste Handels-Disrupter. Der innovativste? Nicht ganz. Aus China mischt längst JD.com die weltweite Branche auf, wie Du im nächsten Teil unserer China-Serie lesen kannst.
 
 
 
 
 
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Ada Lovelace Festival - das Programm
 
Wir sind sehr stolz auf das Line-Up unseres Ada Lovelace Festivals 2018 (11. & 12. Oktober, Berlin). Unter den Sprecherinnen unter anderem: Digitalministerin Dorothee Bär; Kriti Sharma, die bereits im Alter von 15 Jahren ihren ersten Roboter baute und heute künstliche Intelligenz für soziale Zwecke einsetzt; Fränzi Kühne als Gründerin und Geschäftsführerin der Digitalagentur Torben, Lucie & die gelbe Gefahr und zugleich Deutschland jüngstes Aufsichtsratsmitglied eines börsennotierten Unternehmens; Verena Pausder, die Apps für Kinder entwickelt; Milena Marin von Amnesty International, die es sich mit den Amnesty Decoders zum Ziel gesetzt hat, Verletzungen der Menschenrechte schneller und einfacher digital zu dokumentieren. Das aktuelle Programm findest Du hier.
 
 
 
 
 
 
 
     
 
 
 
 
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Kein Leben in Vollständigkeit
 
Es gibt diesen Moment, in dem man auf die Tab-Leiste des Webbrowsers schaut und weiß: So fühlt sich Komplexität an. Oder auch einfach vollständige Überforderung. Etwa ab dem dreißigsten geöffneten Browsertab wird es nämlich unübersichtlich. Bei manchen Menschen ist das sehr oft so. Sie verfallen, ganz nachvollziehbar, der Illusion, dass es irgendwann in naher oder ferner Zukunft einen Zeitpunkt geben wird, zu dem man zu einem der vielen geöffneten Browsertabs zurückgekehren wird, um dann ganz in Ruhe zu lesen, was man sehr wichtig findet und einfach aus Zeitgründen für später aufheben musste. Nur dass es diesen fernen Zeitpunkt nie gibt. Denn inzwischen haben sich auf dem PC, Laptop, Tablet und Smartphone ja so viele neue spannende und wichtige Dinge aufgetan, dass einfach immer mehr Tabs geöffnet sind.


Auch dieses Dilemma ist Ausgeburt des technischen Fortschritts. 1994 kaufte AOL die Firma Booklink Technologies für 30 Millionen Dollar. Unter den vielen Dingen, die Booklinks anzubieten hatte, war auch eine technische Lösung für das parallele Öffnen mehrerer Websites in einem Browser. Seitdem werden wir beim Surfen vom gefräßigen Hai vollständiger Informationsverarbeitung durch die Wellen des Neuen gejagt. Oft hilft nur ein Bowserabsturz, der den überlasteten Surfer mit einem Neustart glücklich bei Null anfangen lässt. Es gäbe andere Abhilfe: So kann man die Tabs per Lesezeichen in Ordnern verwalten, um wenigstens nicht immer alle offen zu halten. Man kann einen Social Bookmark Service wie Pocket oder Refind nutzen. Oder man gewöhnt sich einfach an die Tatsache, dass ein Leben in Vollständigkeit in den Wahnsinn führt.
 
 
 
 
 
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