Warum auch in der Tech-Nische ein gutes Leben gelingen kann
 
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Quelle: Santa Claus
 
 
  Guten Tag,

Bald schon ist Weihnachten und die Mitarbeiter des Fahrdienstes Uber dürfen sich über ein besonders schönes Geschenk freuen: Das Unternehmen aus San Francisco geht kommendes Jahr an die Börse. Das Management hat die Unterlagen dafür bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht. Für manche kommt das einer Erlösung gleich. Seit Jahren schon drängeln Mitarbeiter auf einen IPO. Es fühlt sich nun mal besser an, ganz praktisch im Aktiendepot reich zu sein als nur theoretisch auf dem Papier. Bis zu 120 Milliarden US-Dollar könnte Uber beim Gang aufs Parkett wert sein, ließen die Banker schon durchblicken.

Auch der kleinere Uber-Konkurrent Lyft hat Börsenpläne bei der SEC eingereicht – und das ist die eigentlich frohe Botschaft: Es gibt ein Leben in der Nische. Noch vor drei Jahren galt Lyft als kaum überlebensfähig. So ubermächtig erschien der größere Rivale, da üppiger finanziert und viel aggressiver auf Wachstumskurs. Lyft, so das Fazit, sei einfach zu leise, zu bescheiden, zu sehr hintendran unterwegs. Und vielleicht auch ein wenig zu flauschig für die kalte Tech-Welt - wie man doch schon an den schrägen neonpinken Lyft-Bärten aus Stoff, die sich die Fahrer*innen früher vorne an den Bug ihrer Autos klebten, erkennen konnte.

Heftige Turbulenzen im Uber-Management und einen Chef-Wechsel später stellen wir fest: Der Plattformkapitalismus ist doch nicht so eindimensional, wie wir dachten. Man muss nur die richtige Komfortzone für sich finden und konsequent darin ausbreiten. Zwischen 18 und 30 Milliarden US-Dollar könnte Lyft nächstes Jahr beim Börsengang wert sein. Auch nicht schlecht. Alles eine Frage der Perspektive, wenn man sich nur selbst treu dabei bleibt.

Mit diesem Brief aus der Zukunft und einem Toast auf ein ereignisreiches Jahr 2018, in dem wir mit ada an den Start gingen, verabschieden wir uns in die Winterferien. Wir sind ab dem 06.01.2019 wieder im Postfach für dich da. Erhole dich bis dahin gut.


Wenn du Fragen oder Anregungen hast: Wir freuen uns auf Feedback!


Deine Miriam
 
 
 
 
 
SERENDIPITY
 
 
 
 
 
Ein Hilfsmittel gegen Hilfsmittel

Sicherheit sollte man nicht dem Zufall überlassen. Das passiert aber gerade mit CAPTCHA, einem der bislang meist genutzten Authentifizierungssysteme im Internet. Per CAPTCHA (Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart) lässt sich fix feststellen, ob ein Mensch am Computer sitzt oder ein bösartiger Bot sich gerade Zugang zu einer Website verschaffen will, um seine menschlichen Opfer mit Botschaften zuzuspammen, die die Welt nicht braucht. Bots können die verzerrten Buchstaben und Zahlen nämlich nicht identifizieren und korrekt reproduzieren, die für das menschliche Auge und Gehirn ein Leichtes sind.

Ein Team aus internationalen Forscher*innen hat nun ein KI-Tool entwickelt, das genau das eben doch kann. Über maschinelles Lernen trainiert das System mit großen Mengen Buchstabensalat, wie die einzelnen Bausteine zu entziffern sind. So gelingt es ihm schließlich, ein CAPTCHA innerhalb von 0,05 Sekunden zu entschlüsseln. Das ist dann wohl der Anfang vom Ende des international am weitesten verbreiteten Sicherheitssystems im Netz. Und ein Hinweis darauf, dass wir mit der künstlichen Intelligenz auch Hilfsmittel entwickeln, die sich gegen unsere Hilfsmittel und damit gegen uns richten können. Irgendwie muss ich gerade an Goethes “Zauberlehrling” denken:

“Denn als Geister
ruft euch nur zu seinem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.”

CAPTCHA
 
 
 
 
 
 
 
 
 
BURN TO LEARN
 
 
 
 
 
Künstliche Intelligenz ist nur etwas für Vollblutprogrammierer*innen? Von wegen. Wer will, kann „AI-in-a-Box“ bestellen. Dabei handelt es sich um Lernmaterial, mit dem man die Grundsätze von KI erlernen kann. Das Bildungsunternehmen ReadyAI vertreibt die Pakete eigentlich für Lehrer, die damit Oberstufenschüler*innen in den USA und China die Grundlagen der KI beibringen können. Aber warum sollten nur Lehrer bestellen, wenn das Grundlagenwissen über KI jetzt auch mit der Post verschickt werden kann?

Jede KI-Box enthält alles, was Lehrer*innen brauchen, um Schüler*innen beizubringen, "wie sie die wichtigsten Konzepte aus der KI auf ganz reale Probleme anwenden können“, verspricht ReadyAI. Versendet werden Stundenpläne, Hardware und Software. Auf dem Lehrplan aus dem Karton stehen KI-Anwendungen wie Bilderkennung, Gesichtserkennung oder Sprachgenerierung. So könnten die Schüler*innen vielleicht eine Software programmieren, die per Gesichtserkennung festhält, ob alle im Klassenzimmer auch glücklich sind. Solche Anwendungen gibt es in chinesischen Klassenzimmern tatsächlich schon. Schön, wenn die Schüler*innen das Überwachen demnächst selbst in die Hand nehmen können.

Solltest Du Kinder im Oberstufenalter haben, rege beim nächsten Elternabend doch an, ob die KI-Lern-Box nicht auch etwas für das Gymnasium deiner Kinder wäre. Schiebe das Ansinnen aber vorsichtshalber aufs neue Jahr auf. Über nichts wird im deutschen Bildungswesen zum Jahreswechsel lieber gestritten als darüber, wie wir am besten in die Zukunft gelangen.
 
 
 
 
 
 
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Die Projektdeadline und der Nervenkitzel
 
Wir sehnen uns doch insgeheim nach dem Kribbeln im Magen, das sich einstellt, wenn die Projektdeadline plötzlich – und wie Weihnachten – stets völlig unerwartet näher rückt. So belegen Studien, dass es nur bei etwa einem Drittel der Projekte gelingt, diese innerhalb des Zeit- und Budgetrahmens abzuschließen. Da beides zu Lasten des Geldbeutels geht, stellt sich die Frage, wie die Projektarbeit in Unternehmen genau aussieht? Warum es gerade beim Teamwork über Unternehmensgrenzen hinaus so häufig hakt? Und wie Projektteams es schaffen können, einfach zu kommunizieren und besser zusammenzuarbeiten?
 
 
 
 
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Erfahrt hier mehr dazu.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
DIGITAL GOOD LIFE
 
 
 
 
 
This is Nomophobia
 
Seltsame neue Abkürzungen weisen meistens auf einen neuen Trend hin. Nach einer Weile hat man sich dann an sie gewöhnt, und der einstige Trend ist zur neuen Normalität geworden. So war es mit der Angst vor dem Mangel an digitaler Anschlussfähigkeit, der „fear of being offline“ (FOBO), oder auch mit FOMO, der Angst, etwas zu verpassen (“fear of missing out”).

In einem Blogeintrag verkündete das “Cambridge Dictionary” nun das Wort des Jahres 2018, erwählt in einer weltweiten Online-Befragung. Es lautet “Nomophobia” und beschreibt die Angst, ohne Smartphone zu sein oder nicht in der Lage es zu nutzen (“no mobile phone phobia”). Das Wort hat gegen Alternativen wie den “gender gap” gewonnen, den man hoffentlich nicht mehr erklären muss. Ernsthaft?

Tatsächlich hat eine Studie aus 2017 festgestellt, dass die Trennung vom Smartphone physische Reaktionen wie Herzrasen, Anstieg des Blutdrucks und Angstzustände auslösen kann. Für Weihnachten hält diese Erkenntnis eine Vereinfachung des Geschenkerummels bereit: Wenn alle das eigene Smartphone unter der Weihnachtsbaum legen, ist für alle bestens gesorgt.
Frohe Weihnachten!
 
 
 
Quelle: Vulcanpost          
 
 
 
 
 
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