Ansicht im Browser  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  Guten Tag,

Der Google-Forscher Ian Goodfellow hat vor einiger Zeit gesagt:  „Es war ein bisschen ein historischer Zufall, dass wir uns eine Zeit lang auf Videos als Beweis dafür verlassen konnten, dass etwas wirklich passiert ist." Er spielte damit darauf an, dass es mit Hilfe Künstlicher Intelligenz immer besser gelingt, Szenen filmisch darzustellen, die so nie stattgefunden haben. Es ist eine der unheimliche Techniken, unsere Wirklichkeit zu hacken. Deep-Fake heißt die Technologie. Und vergangene Woche hat sie einen großen Sprung nach vorne gemacht.    

Die kanadische Firme Nvidia, die im Bereich Erzeugung von Parallel-Wirklichkeiten durch Töne und Bilder schon eine ganze Zeit mit führend ist, hat eine Technik präsentiert, mit der sich komplette Videos durch jedermann erfinden lassen. Dafür benutzt sie eine Technik, mit der man bisher einzelne Fotos oder Filmszenen manipulieren konnte: Neuronale Netze. Die  können mit den richtigen Trainingsdaten fotorealistische Bilder berechnen. Diese Generative Adversarial Networks (GAN) waren bisher aber auf einzelne Bilder beschränkt, da aufeinanderfolgende Bilder einer Sequenz immer deutlich anders aussahen. Setzt man daraus ein Video zusammen, ruckelte es bisher arg. Ein Forschungsteam von Nvidia hat nun eine Technik gebaut, die daraus flüssige Videos erzeugt.

Das ist vor allem in einer Woche unheimlich, in der mit US-Präsident Donald Trump der mutmaßlich mächtigste Mensch der Welt mal wieder Phantasien in Richtung der Erschaffung von Parallel-Wirklichkeiten schürte: Er warf dem Web-Konzern Google vor, positive Nachrichten über ihn gezielt auszufiltern. Nicht auszudenken, was erst passiert, wenn ein Staatschef sich nicht nur die Fakten so erfindet, wie sie ihm passen, sondern auch die passenden Bilder dazu erschaffen kann. Höchste Zeit also, dass nicht nur die Software, mit der sich falsche Wirklichkeiten erzeugen lassen, in den Fokus rückt, sondern auch Software, die das entlarven kann. Die gibt es nämlich auch.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt: Wir freuen uns auf Feedback!


Eure Miriam
 
 
 
 
 
BURN TO LEARN
 
 
 
 
 
Von Obama lernen....

Die US-Star-Autorin Zeynep Tufkeci hat beim ada Morals&Machines-Festival betont, wie bahnbrechend in Sachen Kommunikation der ehemalige US-Präsident Barack Obama war. "Er hat als erster das Potenzial Sozialer Medien erkannt", sagte sie. Anders als sein Nachfolger Donald Trump, der ja auch eifrig twittert, verstand Obama aber das gesamte Potenzial Sozialer und Digitaler Medien - ihm gelang es wie bisher keinem zweiten Politiker, nicht nur seine eigenen Fans via Netz-Kommunikation zu bedienen (was Trump ja tatsächlich nochmal perfektioniert hat), sondern auch seine Zielgruppe deutlich zu erweitern.
  
Obamas genaue Taktik bietet zahlreiche Lehren für Führungsmenschen insgesamt, wie sich Videos, Texte und Co. im Netz gezielt für die eigene Botschaft nutzen lassen. Die Kollegen von Tech-Crunch haben sich die Mühe gemacht, daraus sieben Regeln herzuleiten.
 
 
 
 
 
 
 
 
SERENDIPITY
 
 
 
 
  Die Neugier der Maschinen

Eine ganz menschliche Eigenschaft: das Verlangen, Neues zu erfahren und Unbekanntes kennenzulernen. Auch ein beruhigendes Unterscheidungsmerkmal zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz. Bis jetzt fütterten Menschen Algorithmen mit Daten, die dann schön sortiert und interpretiert wurden. Der Mensch als der neugierige, kreative Denker, die Maschine als Ausführungsorgan. Bis jetzt.

Einem Forscherteam von “Open AI”, dem nicht-kommerziellen Labor für künstliche Intelligenz von Elon Musk, ist es gelungen, einen neugierigen Algorithmus zu schaffen, der aus intrinsischer Motivation Computerspiele erforscht. Der Algorithmus wird so programmiert, dass er Annahmen über die nahe Zukunft (“the next frame”) trifft. Je nachdem, wie weit die eintreten, wird der Algorithmus belohnt. Diese Neugier kann allerdings tödlich sein. Manchmal starb ein Algorithmus freiwillig im Spiel, weil er zu neugierig war und wissen wollte, wie der “game over” Screen aussieht. Die Forscher stellten dem Algorithmus auch einen digitalen Fernseher mit Fernbedienung zur Verfügung.
  
Das Zappen durch die Kanäle stellte sich als umwiderstehlich heraus. Es gelang zwar, den Algorithmus wieder vom Fernseher loszueisen, aber nur wenn die Außenwelt noch mehr Abwechslung zu bieten hatte. Nicht nur in Sachen Neugier offenbaren sich erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz.
 
 
 
 
 
VON UNSEREM PARTNER
 
 
 
 
ANZEIGE
 
 
 
Die #SheMeansBusiness Roadshow startet wieder
 
#SheMeansBusiness ist die Initiative von WirtschaftsWoche und Facebook, die digitale Vorreiterinnen aus dem Mittelstand in den Fokus stellt. Am 4. September fällt in Frankfurt der Startschuss für die Roadshow durch die Nation. Wir sprechen mit Gründerinnen und mutigen Entscheiderinnen und lassen uns inspirieren von Best Cases zum Thema New Work.
 
 
 
 
 
 
 
  #SheMeansBusiness ist der Treffpunkt für alle, die sich von tollen Frauen für ihre unternehmerische Zukunft begeistern lassen möchten.

Alle Informationen findest Du hier
 
 
 
 
 
DIGITAL GOOD LIFE
 
 
 
 
 
Viel gearbeitet, wenig getan
 
Dwight D. Eisenhower, der 34. Präsident der Vereinigten Staaten (1953-1961) war ein kluger Mann. Berühmt geworden ist sein Zitat zum “militärisch-industriellen Komplex”. In einer Fernsehansprache am 17. Januar 1961 sagte Eisenhower: “Wir in den Institutionen der Regierung müssen uns vor unbefugtem Einfluss — beabsichtigt oder unbeabsichtigt — durch den militärisch-industriellen Komplex schützen. Das Potenzial für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen.” Lebte Eisenhower heute, er hätte uns vielleicht eine Variation seines Zitats anzubieten: Wir müssen uns vor dem unsichtbaren Einfluss des algorithmisch-industriellen Komplexes schützen. Denn auch der ist für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte verantwortlich. Anders formuliert: für Zeitverschwendung, unsinnige Ablenkungen und Prokrastination.

Deshalb gibt es nun die Eisenhower-App, die uns helfen will, die täglichen Aufgaben konzentriert und effizient zu erledigen. Auch sie geht auf ein Zitat Eisenhowers zurück: “Ich habe zwei Arten von Problemen, dringende und wichtige. Die dringenden sind niemals wichtig und die wichtigen sind niemals dringend.” Um diese Überkreuzverwirrung zu lösen, entwickelte Eisenhower eine Vier-Felder-Matrix (siehe Bild). Wir sollen also die Folgen von Technik mit Technik bekämpfen. Nun ja. Mit der App lassen sich Stunden verbringen, um To dos nach Dringlichkeit zuzuordnen, Erinnerungsdaten zu setzen, automatische Mailbenachrichtungen einzurichten, um die Aufgabe an jemanden zu delegieren, der ganz bestimmt besser damit zurechtkommt. Und - Schwupps - ist ein Tag um, den man in der Metawolke des Organisierens von Arbeit verbracht hat. Statt mit der Arbeit selbst. Empfehlung für diese App: Bitte in den vierten Quadranten verfrachten: Eliminate.
 
 
   
 
 
 
 
ADA
AUTORINNEN UND AUTOREN
 
 
 
 
 
 
Miriam Meckel
 
 
Astrid
Maier
 
 
Sven Prange
 
 
Milena Merten
 
 
Léa Steinacker
 
 
 
 
Wenn dir dieser Brief gefallen hat, schick ihn weiter an eine Freundin oder Freund.
Wenn er dich nervt, schicke ihn an jemanden der dich nervt.
 
  weiterempfehlen  
 
 
 
 
 
Sie bekommen diesen Newsletter, weil Sie ihn mit der E-Mail-Adresse max.mustermann@mailservice.wiwo.de bestellt haben. Hier können Sie den Newsletter abbestellen.

Impressum
Handelsblatt GmbH (Anbieter i.S.d. §§ 5 TMG, 55 RStV)
Toulouser Allee 27, 40211 Düsseldorf
E-Mail: online@wiwo.de
Telefon: 0800 723 831 1 (kostenlos)
Geschäftsführer: Frank Dopheide, Ingo Rieper, Gerrit Schumann
AG Düsseldorf, HRB 38183
UID: DE812813090